DONAUSTAUF - GESTERN HEUTE MORGEN
nach Hans Groß
fortgeschrieben von Norbert Fritsch
Der markante Donaustaufer Burgberg ist ein Vorsprung des Bayerischen Waldes und gehört zu den landschaftlich schönsten Punkten um Regensburg. Die abwechslungsreiche Geschichte des Marktes, welcher heute rings um den Burgberg liegt, war mit der Geschichte der Burg eng verbunden; Streit zwischen Herzog und Bischof bzw. Kaiser und Papst wirkten sich letztlich auch auf die Burg und deren Umgebung aus.
Ein Besuch der fast 100 m über dem Tal gelegenen Burgruine ist sicherlich lohnend. Durch den Haupteingang an der Nordostseite führt der Weg zunächst über den großen Vorhof, vorbei an einer prächtigen Lindenallee und auf einem leicht ansteigenden Weg durch die noch teilweise sichtbaren Tore. An der westlichen Umfassungsmauer können wir noch den Wehrgang feststellen. Die mittelalterlichen Wehranlagen, welche wir von der Burg Trausnitz und Prunn kennen, sowie der Palas sind jedoch fast vollständig zerstört.
Während die steilen Hänge Angriffe fast unmöglich machten, musste der Feind auf der leicht zugänglichen Nordflanke 5 Tore überwinden, bis er zum Wohnbau, dem Palas, vordringen konnte.
Von der höchsten Erhebung (424 m) bietet sich dem Besucher eine wun derschöne Aussicht. In erster Linie war aber die Burg eine strategisch wichtige Verteidigungsanlage für die Mächtigen früherer Jahrhunderte, ursprünglich für den Regensburger Bischof, später auch für Herzöge und Kaiser.
Durch Eroberung oder Kauf wechselte sie häufig ihre Besitzer. Mehrmals beschäftigt sich sogar der Papst mit dem Schicksal der verpfändeten Burg. Die frühere Bezeichnung „Thumstauf“ besagt übrigens: das zum Dom, zum Hochstift gehörige Stauf. Der Regensburger Bischof Tuto erbaute die Veste in der Zeit zwischen 914 - 930 auf dem Granitkegel zum Schutz gegen die Hunneneinfälle.
Die frühesten Darstellungen zeigen einen schönen Schlossbau mit einem überragenden Bergfried, dem Hauptturm der Burg. Darin befand sich die kunsthistorisch bedeutsame, romanische Burgkapelle, deren quadratische Anlage der Wolfgangskrypta in St. Emmeram entspricht. Die Innenwände waren auf allen vier Seiten mit 3 halbrunden Nischen ausgestattet. Bis vorwenigen Jahrzehnten waren an der Nord- und Westwand noch Reste von romanischen Wand malereien - vermutlich Regensburger Bischöfe - erkennbar. Die Bischöfe setzten eigene Burg- grafen bzw. Pfleger ein, welche für ihre Herren die Burg verwalteten und an ihrer Stelle Gericht hielten.